::Erklärung zu Ludwig Wolker
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Ludwig Wolker + geb. 08. April 1887 in München gest. 17. Juli 1955 in Milano Marittima
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Lebenslauf in Stichpunkten: - 1912 zum Priester geweiht, wurde Ludwig Wolker nach dem Tode von Carl Mosters, dem DJK-Verbandsgründer, 1926 durch die Vertreter der Deutschen Diözesen zum Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbandes und Geistlichen Leiter des Sportverbandes Deutsche Jugendkraft gewählt. - Er hat die DJK bis zu ihrer Auflösung durch das Naziregime 1935 geprägt. - Im Kampf gegen den Nationalsozialismus leistete Ludwig Wolker erbitterten Widerstand und wurde 1936 sogar für 3 Monate inhaftiert. - Ludwig Wolker erhielt nach Kriegsende am 09. November 1945 von der Deutschen Bischofs-Konferenz den Auftrag zum Wiederaufbau der kirchlichen Jugendarbeit. - Unter Ludwig Wolkers Führung konstituierte sich die DJK am 05. Oktober 1947 in Düsseldorf neu. - Ludwig Wolker betrieb den Aufbau des Landessportbundes (LSB) NRW, erwies sich als Führungspersönlichkeit und Wegbereiter zur Gründung des Deutschen Sportbundes (DSB) 1950 in Hannover und war Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). - Sein Grab befindet sich auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof.
Leben und Wirken des Ludwig Wolker: Am 08. April 1887 in München geboren, studierte Ludwig Wolker Theologie in seiner Heimatstadt und in Innsbruck, um anschließend als Priester in München und der näheren Umgebung zu wirken. Bald zeigte sich sein Interesse für die Seelsorge mit jungen Menschen, das ihn 1917 in München zum Bezirkspräses der katholischen Jungmännervereine werden ließ. In der Jugend sah er die Zukunft des Landes. Sie zu fördern und zu unterstützen fühlte er sich verpflichtet. Nach verschiedenen Aufgaben und Funktionen in katholischen Jugendverbänden in Bayern wurde er 1926 zum Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbands Deutschlands (KJMVD) und zum Generalpräses des Sportverbands Deutsche Jugendkraft (DJK) gewählt. 1927 ging er nach Düsseldorf und übernahm den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft „Katholische Jugend Deutschlands“ (KJD), 1930 auch den Vorsitz des Reichsausschusses deutscher Jugendverbände. Ludwig Wolker galt zeit seines Lebens als begeisternder und mitreißender Redner. Mit Worten verstand er es, herrschendes Unrecht und Ungerechtigkeit anzuprangern. Mit seinem Engagement, welches einer tiefen Gläubigkeit entsprang, versuchte er, jungen Menschen den Glauben an Gott und an sich selbst zu geben, eine eigene Meinung zu bilden und zu vertreten und sich nicht irgendwelchen Zwängen zu unterwerfen. Sein unerschrockenes Auftreten brachte ihn jedoch auch in Konflikt mit dem herrschenden NS-Regime und führte zu einer mehrmonatigen Untersuchungshaft im Jahr 1936. Eine abschließende Bewertung seines Wirkens kann und soll hier nicht gegeben werden, jedoch sind zum Verständnis von Ludwig Wolker auch seine Zeit und die damaligen (kirchen)politischen Verhältnisse zu berücksichtigen. 1945 wurde Ludwig Wolker, bereits 1930 zum Monsignore ernannt, von der Fuldaer Bischofskonferenz mit der Errichtung und Leitung der „Bischöflichen Hauptstelle für Katholische Jugendseelsorge und Jugendorganisation in den deutschen Diözesen“ beauftragt. Von 1947 bis 1952 übernahm er zusätzlich die Aufgabe des Geistlichen Leiters der Mannesjugend im Bund der Deutschen Katholischen Jugend und gilt damit als erster BDKJ-Bundespräses. So prägte er in einer schwierigen Phase des Wiederaufbaues, aber auch der sich abzeichnenden Teilung Deutschlands und damit auch der Katholischen Kirche, die Entwicklung und „Neugründung“ der katholischen Jugend(verbands)arbeit entscheidend mit. 1947 zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt, starb Ludwig Wolker 1955 in Cervia/Ravenna (Italien). |